Einfälle statt Abfälle
Spielzeug auf Afrika
05.12.2008 – 18.01.2009
Schloss Runkelstein
Di – So: 10 - 18 Uhr
Kinder in Afrika wachsen in Großfamilien auf und sind nie allein. Die Älteren kümmern sich stets um die Jüngeren, spielen mit ihnen, tanzen und musizieren. Durch fantasievolle Selbstbeschäftigung hat Spielzeug einen anderen Stellenwert als bei uns in Europa.
In Afrika sind Spielsachen nicht mit Spaß verbunden, sondern mit dem bitteren Ernst der Lebenswirklichkeit. Spielzeug ist, wie wir es zeigen, ein Mittel zum ÜBERLEBEN.
Die Exponate wurden in 25 Jahren in Benin, Togo, Burkina, Kongo und Madagaskar zusammengetragen; einige gehören zu der Sammlung des Naturkundemuseums Coburg. Ein Objekt stand sogar auf der „EXPO 2000“ und kam als Geschenk der Botschaft von Benin nach Coburg.
Unsere Exponate sollen dazu beitragen, Sie und die Öffentlichkeit gerade auch jetzt in der kommenden Weihnachtszeit zum Nachdenken anzuregen. So beschäftigen wir uns mit der Thematik des völlig unterschiedlichen Verhältnisses zu Weggeworfenem und Müll. Welche Schlüsse könnte ein Industrieland daraus ziehen oder gar von Afrika lernen?
Ebenso soll die Situation der Kinder, ihrer Spielzeugfabrikation, und ihre Verantwortung gegenüber einer ganzen Familie verdeutlicht werden. Bei uns können Sie das besondere Maß an Kreativität entdecken, was die Kinder aus den von uns zumeist übersehenen und überall vorhandenen Rohstoff „Müll“ gezaubert haben. Und so werden auch Sie letztendlich jenen Schluss ziehen können, den bei gleicher Gelegenheit eine ältere Besucherin zog:
„Wer das produziert, was wir hier sehen, kann nicht dumm und auch nicht faul sein. Ergo müssen Armut und Unterentwicklung andere Gründe haben als Dummheit oder Faulheit.“
Es ist Absicht und Wunsch der Organisatoren, Verständnis für andere zu wecken, anders zu sehen und anders zu urteilen. Also nutzen Sie die Chance zur Erkenntnis;
„Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Saint Exupéry
TEXT: Prof. Dr. Jürgen M. Werobèl-La Rochelle |