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Ausstellungen


Ausstellung

HOMO SEDENS
SITZKULTUR IN TIROL

AUSSTELLUNG
19.4.2010 – 23.1.2011
DI – SO
10.00 – 18.00
SCHLOSS RUNKELSTEIN
BOZEN

Der Stuhl ist ein Gebrauchsgegenstand, der in verschiedensten Situationen in allen sozialen Schichten verwendet wird. Mit anderen Worten: Jeder darf heute Platz nehmen – was früher ein Recht weniger war. Nach wie vor gibt es aber institutionelle Rangordnungen: Die Höhe der Lehne, die Form und das Material drücken nämlich die besondere Rolle derjenigen aus, die auf gewissen Stühlen sitzen.

Wir sprechen im übertragenen Sinne von Vorsitzenden, d.h. von denjenigen, die eine Sitzung leiten (chairman, engl. chair: Stuhl) oder Prasidenten (lateinisch: prae sedere). Gesetz, Sitz, Ersitzung, Besitz usw. sind allgemein bekannte juridische Begriffe, die vom Recht eines Bürgers auf Ansässigkeit abgeleitet werden. Die Entwicklung vom Thron zum serienmäßig hergestellten Stuhl (Thonets Bugholzstühle – in Wien seit 1843) ist ein Demokratisierungsprozess – eine Entwicklung, die auch in Tirol nachvollzogen werden kann. Im Mittelalter thronten weltliche und geistliche Herrscher auf respekteinflößenden Lehnstühlen. Bürger und Bauern ließen sich in ihren Stuben auf einfachen Bänken oder Sitztruhen nieder.

Seit zehn Jahren greift Runkelstein besondere kulturgeschichtliche Themen auf und stattet die betreffenden Ausstellungen mit großteils aus Privatbesitz stammenden Exponaten aus.

Außerdem werden Kunstgegenstände aus Tirol, die vor vielen Jahren ins Ausland gelangten, den Besuchern wieder zugänglich gemacht. Beispiele sind ein thronartiger gotischer Stuhl aus Bozen sowie ein Renaissance Brettschemel mit Brixner Bischofswappen, die sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befinden.

Die Renaissancestühle aus dem Raum nördlich und südlich des Brenners sind ein früher Ausdruck eines adeligbürgerlichen Selbstbewusstseins. In der Messestadt Bozen, aber auch in der Residenzstadt Innsbruck, in der Bischofsstadt Trient und der Seidenstadt Rovereto nehmen aufbegehrende Bürger später auf schlichten Biedermeierstühlen (vor 1848) Platz, die sich allerdings durch eine Vielfalt von fantasievollen Rückenlehnen unterscheiden. Die nüchterne Eleganz dieser Stühle löst die ausladenden Barock und Rokokomöbel der Adelshäuser ab.

Ein zweisprachiges Werk begleitet die Ausstellung und beschreitet wissenschaftliches Neuland: Seit wann und warum gibt es mittelalterliche Fenstersitze auf Runkelstein und anderen Burgen? Während das Bozner Biedermeier von Wien und vom süddeutschen Raum beeinflusst ist, nimmt der Welschtiroler Raum eher lombardische und venezianische Einflüsse auf. Die berühmten Freskensäle von Runkelstein bilden einen Kontrast zu den dort ausgestellten Tiroler Architekten und Designerstühlen eine avantgardistische Gratwanderung in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen. Im Ostpalas werden Stühle von der Gotik bis zur Moderne inszeniert. Der Stuhl ist ein Anlass, um über die Kultur des Sitzens nachzudenken: vom „Homo sedens“ zum „Homo sedativus“, vom Thronsessel zum körpergerechten Sitzen im Büro, im Auto und während der Freizeit. Bisher standen Stühle aus dem Tiroler Raum im Hintergrund adeliger, geistlicher, bürgerlicher und bäuerlicher Möbelensembles. Nun werden sie zu Protagonisten der lokalen Kunst und Kulturgeschichte.

Der Präsident der Stiftung Bozner Schlösser und
Ausstellungskurator Univ.-Doz. DDr. Helmut Rizzolli



 
Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass die Ausstellung auf Schloss Runkelstein „Grüne Hüte zwischen grauen Felsen“, wegen des großen Erfolges und der über 30.000 Besucher, bis zum 31. Januar 2010 verlängert worden ist. Die Ausstellung, die in der Fachwelt große Anerkennung gefunden hat, kann Dienstags bis Sonntags von 10-18 Uhr besichtigt werden.

Ausstellung

Grüne Hüte zwischen grauen Felsen“ (J. W. Goethe, Italienische Reise)

Karl von Lutterotti

Ein Aristokrat auf den Spuren der Volkstrachten

Es beginnt mit einem Knall. Ein Schuss, der während der Kämpfe an der Innbrücke in Innsbruck am 12. April 1809 abgefeuert wurde. Eine johlende Lawine von Tiroler Bauern rollte von den Bergen auf die Stadt hinunter und schlug die Bayern in die Flucht. Diese eine Kugel traf weder einen Bayer noch einen Bauer. Nach einem verirrten Flug durchbohrte sie den Fuß eines sechzehnjährigen Jungen, der vom Fensterbrett seiner Wohnung aus mit aufgesperrten Augen die Schlacht verfolgte. Es war der Fuß des jungen Adeligen Karl von Lutterotti. Schmerz und Schreck vergingen bald. Was blieb, waren ein lebenslanges Hinken und eine glühende Begeisterung für das Land und seine freiheitsliebenden Bauern. Besonders faszinierte ihn die Vielfalt der Dialekte und der Bekleidung.

Bereits Johann Wolfgang von Goethe war die Gleichfarbigkeit der grünen Tiroler Hüte mit den Almmatten und der Kontrast zu den grauen Felsen aufgefallen. Was Goethe mit einem Geistesblitz erkannte hatte, zeichnete Lutterotti in geduldiger Arbeit auf.

Lassen wir uns von diesem außergewöhnlichen Adeligen bei der Hand nehmen und folgen ihm auf seiner spannenden Reise von Kufstein bis nach Ala auf den Spuren der Tiroler Volkstrachten.

Die Ausstellung Grüne Hüte zwischen grauen Felsen präsentiert neue Aspekte bäuerlicher Bekleidung von der Franzosenzeit (1796-1814) bis zum Vormärz (1848). Gezeigt werden 15 Figuren in zeitgenössischen Kleidern. Durch bisher unveröffentlichte kolorierte Zeichnungen Lutterottis und andere Darstellungen werden die Figuren zu neuem Leben erweckt und die unterschiedlichen Tiroler Trachtenlandschaften illustriert.

Tirol, eine anziehende Geschichte!

 

 

Einfälle statt Abfälle

Spielzeug auf Afrika


05.12.2008 – 18.01.2009
Schloss Runkelstein
Di – So: 10 - 18 Uhr


Kinder in Afrika wachsen in Großfamilien auf und sind nie allein. Die Älteren kümmern sich stets um die Jüngeren, spielen mit ihnen, tanzen und musizieren. Durch fantasievolle Selbstbeschäftigung hat Spielzeug einen anderen Stellenwert als bei uns in Europa.

In Afrika sind Spielsachen nicht mit Spaß verbunden, sondern mit dem bitteren Ernst der Lebenswirklichkeit. Spielzeug ist, wie wir es zeigen, ein Mittel zum ÜBERLEBEN.

Die Exponate wurden in 25 Jahren in Benin, Togo, Burkina, Kongo und Madagaskar zusammengetragen; einige gehören zu der Sammlung des Naturkundemuseums Coburg. Ein Objekt stand sogar auf der „EXPO 2000“ und kam als Geschenk der Botschaft von Benin nach Coburg.

Unsere Exponate sollen dazu beitragen, Sie und die Öffentlichkeit gerade auch jetzt in der kommenden Weihnachtszeit zum Nachdenken anzuregen. So beschäftigen wir uns mit der Thematik des völlig unterschiedlichen Verhältnisses zu Weggeworfenem und Müll. Welche Schlüsse könnte ein Industrieland daraus ziehen oder gar von Afrika lernen?

Ebenso soll die Situation der Kinder, ihrer Spielzeugfabrikation, und ihre Verantwortung gegenüber einer ganzen Familie verdeutlicht werden. Bei uns können Sie das besondere Maß an Kreativität entdecken, was die Kinder aus den von uns zumeist übersehenen und überall vorhandenen Rohstoff „Müll“ gezaubert haben. Und so werden auch Sie letztendlich jenen Schluss ziehen können, den bei gleicher Gelegenheit eine ältere Besucherin zog:

„Wer das produziert, was wir hier sehen, kann nicht dumm und auch nicht faul sein. Ergo müssen Armut und Unterentwicklung andere Gründe haben als Dummheit oder Faulheit.“

Es ist Absicht und Wunsch der Organisatoren, Verständnis für andere zu wecken, anders zu sehen und anders zu urteilen. Also nutzen Sie die Chance zur Erkenntnis;

„Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Saint Exupéry

TEXT: Prof. Dr. Jürgen M. Werobèl-La Rochelle

 


"Ritter im Bild"

vom 06.06.2008 bis 31.10.2008

Von der mittelalterlichen Welt der Ritter hat sich vieles bis heute erhalten: Die Vorstellung von ritterlichem Handeln, Redewendungen in unserem täglichen Sprachgebrauch, Ruinen von Ritterburgen in unserer Landschaft, Familienwappen, Rüstungen und Waffen. Aber wie lebten die Ritter des Mittelalters wirklich? Und wie sahen sie sich selbst?

Auf diese Fragen versucht die Ausstellung "Ritter im Bild" auf Schloss Runkelstein Antworten zu geben.

 

Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Sonntag, von 10 bis 18 Uhr.

Rechts sehen Sie einige Eindrücke der Ausstellungseröffnung.

Hier können Sie sich den Ausstellungsprospekt herunterladen (600KB).




 

   

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

   

   

   

   

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



   

   

 

 

 

 

 

 




 

 

 





   

   

   

   

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Schloss Runkelstein, Kaiser-Franz-Josef Weg, 39100 Bozen;
   TEL. (+39) 0471 329808
   FAX (+39) 0471 324026