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Tristanzimmer

Die Geschichte von Tristan und Isolde ist die wohl bedeutendste Liebesgeschichte des Mittelalters und geht auf die schriftliche Fassung von Gottfried von Strassburg (um 1210) zurück. Der unbekannte Maler hat Szenen aus diesem Roman in Terraverde - Technik dargestellt. Die Erzählung ist nicht in einzelne Bildfelder unterteilt, sondern fortlaufend aufgebaut und nur durch landschaftliche und architektonische Elemente gegliedert.

Die Geschichte beginnt mit dem Zweikampf zwischen Tristan und Morold, der im Verlauf des Kampfes von Tristan erschlagen wird. Ein kleiner Splitter von Tristans Schwert bleibt im Kopf von Morold stecken.

Tristan reist in der Folge nach Irland, um sich dort von der heilkundigen Königin helfen zu lassen, da die ihm im Kampf zugefügten Wunden nicht heilen wollen. Am Hof erblickt er zum ersten Mal die wunderschöne Prinzessin Isolde. Zurückgekehrt nach Cornwall schickt ihn sein Onkel Marke abermals auf Brautfahrt nach Irland. Dort muss Tristan mit einem gefährlichen Drachen kämpfen und ihn töten. Dem toten Untier schneidet Tristan die Zunge heraus.

Die vergiftete Drachenzunge versteckt Tristan unwissend hinter seinem Wams, ein Umstand, der zu einer schweren Vergiftung führt. Prinzessin Isolde findet den ohnmächtigen Tristan und pflegt ihn gesund. In einem großen Badezuber wäscht Tristan das Drachengift von seinem Körper, während Isolde sein Schwert betrachtet und darin die Kerbe entdeckt, in welche genau der Splitter aus dem Kopf des erschlagenen Morold passt. Dadurch in Zorn geraten wird Isolde von ihrer Zofe Brangene daran gehindert sich an Tristan zu rächen.

Isolde begleitet Tristan nach Cornwall, um die Frau König Markes zu werden. Doch auf der Überfahrt trinken beide von einem verhängnisvollen Liebestrank, der nicht für sie bestimmt war. In Cornwall angekommen, heiratet Isolde den König Marke, hat jedoch weiterhin ein Verhältnis mit Tristan. Die Entdeckung dieses Verhältnisses droht, als der König von Isolde ein Gottesurteil verlangt: Isolde soll schwören, in niemanden anderen Armen gelegen zu haben als jenen ihres Königs.

Dabei muss sie ein glühendes Eisen berühren, das ihr ein Bischof entgegen hält. Nun hatte es sich aber ereignet, dass die stürzende Isolde zuvor durch den als Pilger verkleideten Tristan in seinen Armen aufgefangen wurde, sodass der entsprechenden Schwur abgeändert werden musste. Isolde konnte, so die Geschichte, das heiße Eisen berühren ohne sich zu verbrennen.

Beim Absturz der Nordwand des Tristanzimmers 1868 gingen einige Fresken verloren. So ist der in Terraverde ausgeführte Zyklus heute nicht mehr vollständig erhalten.


   Tristan

   Drachenkampf

   Drachenkampf

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