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Turniersaal Im dritten Obergeschoss des Runkelsteiner Westpalas befindet sich der Turniersaal, benannt nach einem dort dargestellten Lanzenturnier. An der Südwand zeigen Wandbilder höfisches Vergnügen. Adelige Damen und Herren vergnügen sich auf einer Lichtung des Waldes mit einem Ball. Die vornehme Dame im weißen Kleid hat die Hand zum Wurf erhoben. Der Maler hat, entsprechend der damaligen gotischen Mode, schlanke Figuren mit langen taillierten Gewändern dargestellt. Die verschiedenen Gesichter der Figuren sind als zaghafte Versuche anzusehen Stimmungen und porträtartige Züge wiederzugeben. Rechts von der Tür vergnügen sich elegant gekleidete Damen und Herren beim Reigentanz. Dieser Tanz diente einerseits der Unterhaltung andererseits zur Vorführung der zeitgenössischen Mode. Angeführt werden die Tanzenden von einer Dame in einem blauen Kleid mit einem Krönchen. Die höfische Gesellschaft bewegt sich zur Musik der Laute, welche von zwei Musikern rechts der Tanzenden gespielt werden. Tanz und Spiel gehörten zum adeligen Hofzeremoniell und waren Teil höfischer Repräsentation und Unterhaltung. Dabei wurden nicht nur persönlich Bande geknüpft sondern oft auch geschäftlicher und gesellschaftspolitischer Handel abgeschlossen. Die Bürger Vintler gehörten zum Zeitpunkt der Ausmalung des Turniersaales nicht diesem erlauchten Kreis an. Die Fresken widerspiegeln somit ihr Bemühen mit dem Lebensstil adeliger Potentaten, denen sie finanziell um nichts nachstanden, zu konkurrieren. Zum adeligen Vergnügen gehörten auch Jagd und Fischerei. Die Hirsch-, Wildschwein und Bärenjagd ist an der Westwand dargestellt. An der Nordwand finden sich Jagdszenen im Hochgebirge mit Gämsen und Steinböcken. An der Ostwand sind Männer und Frauen beim Fischfang zu erkennen. Zu den Besonderheiten des Turniersaales
gehört auch die dreifach gewölbte Deckenkonstruktion, die auch
im 14. Jahrhundert bereits diese Form hatte, aber im Verlauf der Neuzeit
verloren ging und 1969 durch eine schlichte Rekonstruktion ersetzt wurde. |
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